Bier selbst brauen – Eine Anleitung

Von unserem ersten Versuch das eigene Craft Beer mithilfe eines Extrakt-Bierkits selbst zu brauen.

vor 4 Jahren veröffentlicht unter Hacking Food Hacking.

Schon seit über zwei Jahren habe ich nun das Vorhaben, selbst Bier zu brauen. Damals hat mich Ausgabe 194 des Chaos Radio Express dazu inspiriert. Nach einer ewigen Zeit des Aufschiebens hat mich ein Artikel in der Ausgabe 01/2015 der Make nun wieder an dieses Vorhaben erinnert: "Homebrew mal wörtlich". Zu zweit macht das Brauen und vor allem das Trinken natürlich viel mehr Spaß und da der Treverer auch sehr gerne Craft Beer trinkt und seine Erfahrungen dazu verbloggt, war er für das Experiment natürlich sofort zu haben.

Equipment

Bierkit

Nun brauchten wir erstmal Brau-Utensilien. Für unseren ersten Versuch entschieden wir uns für das "Starter Kit MAXI" von Hopfen und mehr. Überrascht mussten wir dann feststellen, dass in dem Set weder Hopfen noch Malz enthalten war. Stattdessen fanden wir eine Dose mit Malzsirup. Wie sich herausstellte handelte es sich also um ein Set zum Extraktbrauen, vielleicht gar keine so schlechte Idee für den ersten Versuch. Außerdem war ein 30 Liter Brau- und Gäreimer, 100g Reinigungsmittel, ein Gärröhrchen, ein Füllrohr und etwas Hefe enthalten.

Brauen

Schritt 1: Reinigung

Bierkit

Mit dem beigelegten Reinigungsmittel Chemipro OXI reinigten wir erstmal den Gäreimer, das Gärröhrchen und einen Löffel zum Umrühren. Dazu füllten wir Eimer mit Wasser, gaben 3 Teelöffel des Reinigungsmittel hinzu und ließen das Reinigungsmittel ca. 20 Minuten wirken.

Schritt 2: Hefe rehydrieren

Bierkit

Während der Wartezeit rehydrierten wir die Hefe. Dazu gaben wir die Trockenhefe mit etwas Zucker in lauwarmes Wasser und rührten vorsichtig um. Wie wir an der Schaumbildung erkennen konnten, legte die Hefe direkt mit ihrer Arbeit los.

Schritt 3: Extrakt ansetzen

Bierkit

Zu unserem Entsetzen musste der Malzextrakt mit ca. 1 kg Zucker angesetzt werden, was aber bei obergärigen Bieren wohl erlaubt und üblich ist. Dazu brachten wir zwei Liter Wasser zum Kochen und lösten den Zucker darin auf. Gleichzeitig stellten wir die geschlossene Dose mit dem Malzextrakt für ca. 5 Minuten in heißes Wasser.

Nachdem der Zucker vollständig im Wasser aufgelöst war, schütteten wir den Malzextrakt dazu und kochten den fertigen Sud auf.

Schritt 4: Gäreimer befüllen

Bierkit

Anschließend füllten wir den angesetzten Extrakt in den Gäreimer und gaben bis zur 20 Liter Marke kaltes Wasser hinzu. Die Temperatur sollte nun 24°C betragen, was bei uns nicht der Fall war. Deshalb ließen wir die Bierwürze noch ein paar Minuten im Freien abkühlen. Als die Würze bis auf 26°C runtergekühlt war, hat uns die Geduld verlassen und wir gaben die angesetzte Hefe hinzu. Nachdem wir die Würze noch einmal kräftig umgerührt haben, kamen Deckel und Gärröhrchen auf den Eimer. Dann stellten wir den Eimer zum Gären in einen 20°C warmen Raum.

Schritt 5: Flaschen reinigen und sterilisieren

Bierkit

Vier Tage hatten wir nun Zeit, zwei Kisten voller Bier in Bügelflaschen zu leeren, was sich nicht als allzu großes Problem darstellte. Danach reinigten wir die Flaschen zuerst mit Wasser und erhitzten sie dann zur Sterilisation für ca. 20 Minuten bei 120 Grad im Backofen. Die Gummidichtungen der Bügelverschlüsse haben wir vorher entfernt und separat in einem Topf mit Wasser aufgekocht.

Schritt 6: Bier abfüllen

Bierkit

Bevor wir das Bier in die Flaschen füllten, gaben wir in jede Flasche noch einen Teelöffel Zucker. Das anschließende Füllen der Flaschen ging dank dem Füllrohr leicht von der Hand.

Schritt 7: Flaschengärung

Bierkit

Nun heißt es abwarten, denn das Bier muss nun weitere vier bis fünf Tage bei ca. 20°C stehen, danach geht es noch für weitere 21 Tage an einem kühlen und dunklen Ort. Wir sind sehr auf das Ergebnis gespannt!

Filmtip

Nur den Verhandlungen der WDR Wissenschaftsredaktion mit dem deutschen Staat ist es zu verdanken, dass wir heute selbst Bier brauen dürfen. Dank der Hobbythek und Jean Pütz wurde die Bierverordnung aufgeweicht. Wortlaut Pütz: “Wir haben aber hier eine Bagatellregelung für die Hobbythek aushandeln können, nach der gestattet ist, dass von der Steuerpflicht befreit wird, wer nicht mehr als 25 L monatlich braut. Voraussetzung dafür ist, dass das nicht regelmäßig geschieht. Sobald Sie in jedem der 12 Monate eines Jahres Bier brauen bzw. mehr als 25 L in einem Monat, müssen Sie von der gesamten gebrauten Biermenge die erwähnten 12 Pfennige pro Liter als Steuer zahlen.”

Galerie (14 Fotos)

Willi Thiel

Geschrieben von Willi Thiel am 15. März 2015.



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