Lissabon: Reisebericht

Über mein verlängertes Wochenende in der Haupstadt von Portugal

vor 3 Jahren veröffentlicht unter Reisen Portugal.

Der Oktober brach an und es wurde kalt in Deutschland, der ideale Zeitpunkt um in den warmen Süden zu fliegen und noch ein paar Tage den Sommer zu genießen. Nachdem ich im Frühjahr bereits Barcelona besucht habe, sollte es nun auf die andere Seite der iberischen Halbinsel gehen, in die Hauptstadt Portugals, nach Lissabon.

Als Transportmittel habe ich wieder einmal Ryanair gewählt und wie ihr sicher wisst, fliegen die meistens zu unmenschlichsten Uhrzeiten von den entlegensten Flughäfen. Für mich hieß das um 3:30 Uhr aufstehen und mich um 4:00 Uhr auf den Weg zum Flughafen machen. Dementsprechend müde war ich nach der Landung in Lissabon, weshalb ich am ersten Tag in Lissabon nicht mehr allzu viel unternahm.

Vom Flughafen aus fuhr ich mit der Metro zum Typical Lisbon Guest House im Norden von Lissabon. Ich hatte das Guest House gebucht, weil es bei booking.com und tripadvisor sehr gute Bewertungen bekommen hatte und das, wie sich herausstelle, zu Recht! Das Guest House war ganz klar eines der Besten in denen ich je übernachtet habe. Solltet ihr einen Ausflug nach Lissabon planen, dann kann ich euch dieses Gästehaus wärmstens empfehlen!

Praça do Comércio

Nachdem ich mich im Gästehaus am noch gedeckten Frühstückstisch satt essen durfte, fuhr ich mit der Metro ins Zentrum des Geschehens, zum Praça do Comércio. Über den großen Platz schlenderte ich in Richtung Arco da Rua Augusta, dem Eingang zur Baixa Pombalina, der nach 1755 neu gebauten Innenstadt Lissabons. Für 2,50 € ließ ich mich auf die Aussichtsplattform des Triumphbogens fahren und sah mir den Praça do Comércio und die Rua Augusta aus der Vogelperspektive an.

Miradouro da Senhora do Monte

Miradouro da Graça

Anschließend ging es mit einer der überfüllten Straßenbahnen der Linie 28 zum wahrscheinlich schönsten Aussichtspunkt der Stadt, dem Miradouro da Senhora do Monte. Von hier aus habt ihr einen traumhaften Blick auf Lissabon, ein Pflichtbesuch!

Langsam wurde ich durstig und auf dem Miradouro da Graça konnte ich eine Art Biergarten entdecken, weshalb ich zu diesem Aussichtspunkt spazierte und dort bei einem kühlen Bier die Aussicht weiter auf mich wirken ließ.

Miradouro das Portas do Sol

Miradouro das Portas do Sol

Da mir die Straßenbahnen zu überfüllt waren, beschloss ich den Weg zurück zum Praça do Comércio zu Fuß zurück zu legen. Dabei machte ich noch einen Abstecher zum Miradouro das Portas do Sol, von dem man einen tollen Ausblick auf den Stadtteil Alfama hat.

Wieder am Praça do Comércio angekommen fuhr ich mit der Metro zum Time Out Mercado da Ribeira, eine riesige Food-Halle, wo es für jeden Geschmack etwas gibt. Für mich gab es Octopusreis mit Krebsfleisch und Krabben, ein gelungener Abschluss dieses Tages.

Belém

Belém

Am nächsten Morgen ging es nach Belém, einem so außergewöhnlichen Stadtteil von Lissabon, dass ich ihm einen eigenen Artikel gewidmet habe: Belém: Reisebericht.

Castelo de S. Jorge

Castelo de S. Jorge

Nachdem ich aus Belém zurückgekehrt war, stand die Festungsanlage Castelo de S. Jorge auf meinem Programm. Das Gelände ist riesig groß und so verbrachte ich fast 4 Stunden mit dem Erkunden der alten Burgruine.

Sé Patriarcal

Sé Patriarcala

Aufgrund der gnadenlos überfüllten Straßenbahnen entschied ich mich wieder für den Fußweg zurück zum Praça do Comércio. Bei der Kathedrale Sé Patriarcal legte ich eine längere Pause ein und bewunderte die Architektur im Licht der tiefstehenden Sonne.

Terreiro do Paço

Terreiro do Paço

Nach einem weiteren ausgiebigen Spaziergang entlang der Gleise der Linie 28 erreichte ich irgendwann das Fährenterminal Terreiro do Paço, das gleich neben dem Praça do Comércio liegt. Hier finden sich am Abend zahlreiche Touristen und Einheimische ein, um den Sonnenuntergang am Tejo zu erleben. Ich gesellte mich zu ihnen und ließ die einzigartige Atmosphäre auf mich wirken.

Elevador de Santa Justa

Lissabon von oben

Am nächsten Morgen ging es zum Personenaufzug Elevador de Santa Justa. Da ich in verschiedenen Reiseblogs von langen Wartezeiten am Aufzug gelesen habe, war ich recht früh an. Der Plan ging auf, die einzige Wartezeit die ich hatte, war die Zeit welche die Aufzugskabine für die Fahrt nach unten brauchte. Da ich eine Tageskarte für den ÖPNV in Lissabon hatte, musste ich für die Aufzugsfahrt nichts bezahlen. Nur um die Aussichtsplattform auf dem Dach des Elevador de Santa Justa zu erklimmen wurden zusätzlich 1,50 € fällig. Diesen Eintritt solltet ihr bei einem Besuch aber investieren, ihr werdet mit einem tollen Ausblick über die Dächer Lissabons und auf das Castelo de S. Jorge belohnt.

Taberna da Glória

Taberna da Glória

Nach einem ausgiebigen Spaziergang in der Oberstadt ging es dann mit einer der berühmten Kabelbahnen wieder zurück in die Unterstadt. Auch bei der Taberna da Glória hatte ich keinerlei Wartezeit und war alleine in der Bahn nach unten. Die Bahn nach oben war aber recht voll und am unteren Ende standen bereits Leute, die auf die nächste Bahn nach oben warteten. Wenn ihr hier Wartezeit vermeiden wollt, dann solltet ihr diese Bahn vielleicht von oben nach unten nutzen.

Ascensor do Lavra

Ascensor do Lavra

Auf der anderen Seite des Praça dos Restauradores findet man die älteste und steilste der Lissaboner Standseilbahnen, die Ascensor do Lavra. Hier war ich wirklich komplett alleine und es waren keine Touristen weit und breit zu sehen. Nachdem ich mit der Seilbahn nach oben gefahren bin, spazierte ich über eine Treppe gleich neben der Seilbahn wieder nach unten. Die Wände waren übersäht mit großartiger Streetart, für mich war dies einer der schönsten Orte in Lissabon, da er so authentisch war. In einem separaten Artikel zu Streetart in Lissabon werde ich noch etwas genauer auf die Calçada do Lavra eingehen.

Miradouro da Senhora do Monte am Abend

Lissabon von oben

Kurz vor der blauen Stunde begab ich mich noch einmal zum Miradouro da Senhora do Monte und beobachtete und fotografierte den Wandel der Stadt während der Dämmerung.

Ascensor da Bica

Ascensor da Bica

Eine Standseilbahn hatte ich noch nicht besucht, deshalb war diese nun an meinem letzten Tag in Lissabon dran. Die Ascensor da Bica ist nicht so leicht zu finden, da sich der untere Bahnhof hinter einer Hausfassade befindet. Aber auch hier hat sich das Suchen und die Fahrt gelohnt, denn auch hier waren fast keine Touristen, was das Erlebnis auch hier sehr authentisch machte.

Alfama

Alfama

Am frühen Nachmittag führte es mich in das Labyrinth des Stadtteils Alfama. Stundenlang lief ich durch die engen Gassen des wunderschönen Viertels.

Village Underground Lisboa

Village Underground Lisboa

Den Abschluss meines Lissabon-Ausflugs markierte ein Besuch der LxFactory, Lissabons „kreativer Insel“, und der Village Underground Lisboa, einem Co-Working Space aus Baucontainern und alten Bussen.

In der LxFactory habe ich mir hauptsächlich Streetart angesehen, darüber werde ich im separaten Artikel über Streetart noch mehr schreiben. In der Village Underground befindet sich ein tolles Café in einem der alten Busse, in dem es wirklich sehr leckere Sandwiches zu sehr angenehmen Preisen gibt! Alleine für einen solchen Sandwich und den ebenso vorzüglichen Latte macchiato hat sich der Besuch gelohnt.

Fazit

Lissabon ist eine schöne Stadt, die einige Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, deren Organisation zudem sehr gut ist. In vielen Blogs hatte ich von lange Wartezeiten gelesen, was ich nicht bestätigen kann. Bei keiner der Sehenswürdigkeiten, die ich in Lissabon besuchte, musste ich anstehen oder warten. An drei Tagen konnte ich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten so entspannt „abarbeiten“. Viel länger hätte ich es aber vor allem aufgrund der fürchterlichen Infrastruktur des ÖPNVs auch nicht ausgehalten. Auch die teilweise recht unfreundlichen Menschen und sich in den Gassen der Innenstadt lauthals streitende Frauen fand ich sehr nervig. Für mich war Lissabon leider eines der enttäuschenderen Reiseziele in diesem Jahr. Aber das ist natürlich nur meine subjektive Sichtweise, lasst euch dadurch nicht von einem Ausflug in diese Stadt abhalten, besucht Lissabon, seht selbst und hinterlasst eure Erfahrungen in den Kommentaren.

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Willi Thiel

Geschrieben von Willi Thiel am 8. November 2015.



Kommentare

vor 3 Jahren

Schade, dass es dir nicht so gut gefallen hat. Deine negativen Erfahrungen konnte ich leider gar nicht teilen. Klar, die Linie 28 ist zu Touri-Stoßzeiten sehr voll, aber wir haben mit etwas Geduld immer eine gefunden, wo man ohne Stress und großes Gedränge fahren konnte. Abends war sie dafür fast leer. Auch die Menschen habe ich sehr freundlich erlebt (immer etwas ungewohnt, wenn man aus Trier kommt…) und als wir mal Hilfe brauchten, hat man sich toll um uns gekümmert. Ich freue mich schon auf's nächste Mal, jetzt stehen aber erst einmal ein paar andere Ziele auf der Agenda!

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