Bergamo: Reisebericht

Ein Tagesausflug ins verregnete Bergamo

vor einem Monat veröffentlicht unter Reisen Italien.

Nur 50 km nordöstlich von Mailand befindet sich die malerische Stadt Bergamo, der wir während eines verlängerten Wochenendes in Mailand einen Besuch abstatteten. An einem verregneten Tag sahen wir uns die heute noch komplett unter Denkmalschutz stehende Oberstadt, „Città Alta“, an. Außerdem probierten wir uns an ein paar kulinarischen Köstlichkeiten, bevor es am Abend wieder zurück nach Mailand ging.

Anreise aus Mailand

Als erstes führte es uns also zum Bahnhof „Milano Centrale“, wo wir für 5,50 € ein Ticket für den nächsten Zug nach Bergamo erwarben. Leider sind die Züge von Trenitalia in etwa so pünktlich, wie die der Deutschen Bahn, und so hatte unser Zug gleich 40 Minuten Verspätung. Besonders ärgerlich fanden wir den Umstand, dass die Züge keinen festen Bahnsteigen zugeordnet sind und der Bahnsteig erst auf einer großen Anzeigetafel erscheint, wenn der Zug dann auch wirklich einfährt. Gut 45 Minuten standen wir also in einer riesigen Menschentraube vor einer Anzeigetafel und warteten auf die Bekanntgabe des Gleises. Da auch die Verspätung des Zuges nicht angegeben wurde, konnten wir die Zeit leider nicht anderweitig nutzen.

Mit 40 Minuten Verspätung rollte der Zug dann endlich in den Bahnhof und wir konnten einsteigen – dachten wir zumindest – denn es kam anders. Nun mussten die hunderte Menschen, die mit uns auf den gleichen Zug warteten, erstmal ihr Ticket am einzig funktionierenden Entwerter am Bahnsteig entwerten. Also hieß es nochmal ca. 15 Minuten in der Schlange stehen, bis wir endlich im gut gefüllten Zug saßen und die Fahrt nach Bergamo starten konnte.

Glücklicherweise verlief der Rest der Zugfahrt problemlos und 48 Minuten später erreichten wir die Unterstadt von Bergamo.

Funicolare Città Alta

Karte an den Koordinate 45.700804°, 9.665060°

Funicolare Città Alta

Da wir nun schon eine Stunde verloren hatten, verzichteten wir auf die Besichtigung der Unterstadt und begaben uns direkt zur 1887 erbauten Standseilbahn „Funicolare Città Alta“, welche die Unterstadt mit der Oberstadt verbindet und dabei einen Höhenunterschied von 85 m überwindet.

Warteschlangen vor der Funicolare Città Alta

Leider folgte dann schon die nächste Enttäuschung, denn die Schlange an der Funicolare Città Alta war ziemlich lang und auch am Ticketschalter sah es nicht besser aus. Also teilten wir uns auf, einer stellte sich an der Schlange für die Standseilbahn an, der andere an der Schlange für den Ticketschalter. Nach etwa 30 Minuten hatte ich zwei Einzeltickets für 1,30 € pro Person erworben und meine Begleitung sich in der Warteschlange so weit vorgearbeitet, dass wir ein paar Minuten später in die Funicolare Città Alta einsteigen konnte.

GPS: 45.700804°, 9.665060° (OpenStreetMap, Google Maps)

Città Alta

Karte an den Koordinate 45.704038°, 9.662914°

Città Alta

Fast zwei Stunden später als geplant erreichten wir dann endlich die Oberstadt von Bergamo, die Città Alta. Im Dauerregen erkundeten wir die schönen verwinkelten historischen Gassen, die trotz des schlechten Wetters gut gefüllt waren und zum flanieren einluden.

GPS: 45.704038°, 9.662914° (OpenStreetMap, Google Maps)

Chiesa di Sant'Agata del Carmine

Karte an den Koordinate 45.705379°, 9.660618°

Chiesa di S.Pancrazio

Unser eigentliches Highlight waren an diesem verregneten Tag aber die wunderschönen Kirchen von Bergamo, besonders der Innenraum der Chiesa di Sant'Agata del Carmine hat es uns angetan und ist definitiv einen Besuch wert!

GPS: 45.705379°, 9.660618° (OpenStreetMap, Google Maps)

Duomo di Bergamo

Karte an den Koordinate 45.703468°, 9.662598°

Duomo di Bergamo

Ebenfalls sehr beeindruckend fanden wir den Duomo di Bergamo, dessen riesiger verzierter Innenraum wirklich überwältigend war und den ihr bei einem Besuch von Bergamo ebenfalls nicht verpassen solltet!

GPS: 45.703468°, 9.662598° (OpenStreetMap, Google Maps)

Kulinarisches

Schaufenster mit Pizza und Süßwaren

Auch kulinarisch hat Bergamo, wie ganz Italien, einiges zu bieten. Natürlich probierten wir uns an der berühmten Polenta e Osèi, die aber in Bergamo nicht (mehr) aus Polenta mit gebratenen Wildvögeln besteht, sondern eine Süßspeise ist, welche das Fleischgericht optisch nachahmt und weder Polenta noch Vögel enthält. Mir persönlich war die Creme-Halbkugel aber viel zu süß, sodass ich bereits nach dem ersten Löffel ausstieg.

Außerdem besuchten wir zur Mittagszeit die älteste Pizzeria in Bergamo, das Da Mimmo, wo wir vorzügliche Pizza verspeisten. Hier solltet ihr allerdings einen Tisch reservieren oder, wie wir, früh an sein, denn bereits kurz nach unserer Ankunft bildete sich eine sehr lange Schlange vor dem Eingang der Pizzeria.

Rückfahrt nach Mailand

Als es am Abend zu dämmern begann, begaben wir uns zurück zum Bahnhof in Bergamo, um in einen Zug nach Mailand zu steigen. Hier solltet ihr aber aufpassen, denn in Mailand gibt es mehrere Bahnhöfe und nicht alle Züge fahren zum „Milano Centrale“. Wie wir es von der mehr als mangelhaften Informationspolitik in Italien bereits kannten, sind die Züge natürlich alle nur mit Ziel „Milano“ ausgeschildert. So stiegen wir selbstverständlich in den falschen Zug und landeten am Bahnhof „Milano Porta Garibaldi“. Was zwar kein Beinbruch war, denn unser Hotel war von diesem Bahnhof etwa genauso weit entfernt wie vom Bahnhof „Milano Centrale“, aber trotzdem ärgerlich war.

Fazit

Für einen Tagesausflug von Mailand ist Bergamo ein ideales Ziel, die gemütliche Città Alta bietet einen willkommenen Kontrast zum hektischen Mailand und ist wunderschön anzusehen. Ärgerlich sind allerdings die Zugverspätungen und die langen Warteschlangen an der Funicolare (wobei man den Berg in die Oberstadt bei gutem Wetter sicherlich auch zu Fuß zurücklegen kann), denn dadurch verloren wir viel Zeit von unserem ohnehin schon kurzen Tagesbesuch in Bergamo.

Galerie (22 Fotos)

Willi Thiel

Geschrieben von Willi Thiel am 17. Dezember 2019.


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