Die Naturwunder in der Umgebung des Mývatn-Sees

Island-Tagebuch 2015 – Tag 7: Dettifoss, Víti, Krafla, Leirhnjúkur, Námafjall, Grjótagjá, Mývatn, Laxá í Aðaldal, Goðafoss und Grenjaðarstaður

vor 3 Jahren veröffentlicht unter Reisen Island.

Am siebten Tag unserer Reise war es an der Zeit, die Umgebung des Mývatn-Sees zu erkunden. Dort findet man so einige Naturwunder vulkanischen Ursprungs sowie die berühmten Wasserfälle Dettifoss und Goðafoss.

Folgende Stationen sollten abgefahren werden:

  • Der Wasserfall Dettifoss
  • Der Vulkansee Víti
  • Der Vulkan Leirhnjúkur des Krafla-Vulkansystems
  • Das Vulkan Námafjall des Krafla-Vulkansystems
  • Der Hot-Pot Grjótagjá
  • Der See Mývatn
  • Der Wasserfall Goðafoss

Streckenverlauf

Dettifoss

Dettifoss

Wenn ihr den Film Prometheus von Ridley Scott schon einmal gesehen habt, dann habt ihr auch den Dettifoss schon einmal gesehen. Die Anfangsszene dieses Films spielt nämlich an genau diesem Wasserfall. Der Fluss Jökulsá á Fjöllum stürzt hier in die über 100 Meter tiefe Schlucht Jökulsárgljúfur und bildet so den leistungsstärksten Wasserfall Europas.

Den Dettifoss könnt ihr von zwei Seiten anfahren, die Straße 862, die auf der westlichen Seite des Wasserfalls zum Dettifoss führt ist dabei etwas ausgebauter und angenehmer zu fahren, allerdings nutzen auch jede Menge Touristen und Reisebusse diese Strecke. Die Straße 864 auf der östlichen Seite des Wasserfalls ist recht abenteuerlich und ich rate euch davon ab, sie ohne Geländewagen zu befahren. Allerdings sind hier viel weniger Touristen unterwegs, man kommt näher an den Wasserfall ran und die Sicht auf den Wasserfall ist unserer Meinung nach viel besser. Dass unsere Wahl auf die östliche Seite fiel, war eher Zufall, denn wir kamen von Osten und unser Navi hat uns deshalb diesen Weg lang geschickt.

Der Wind stand gut für uns, denn er treibte die enorme Gicht von uns Weg auf die andere Seite des Wasserfalls, was die Touristen die dort standen wahrscheinlich weniger erfreute. Der Wasserfall an sich sieht sehr beeindruckend aus, es war schon eine Menge Wasser, die da um die Kurve geflossen kam um dann über 100 Meter in die Tiefe zu fallen. Dann noch an die Fallkante vorzugehen und dem Wasser vor den eigenen Füßen beim Fallen in Schlucht zuzusehen, war überwältigend!

GPS: 65.819333, -16.378963

Víti

Víti

Der Vulkansee Víti war ganz schick, aber da wir Maare aus der Eifel zu genüge kennen, fanden wir den See nicht so umwerfend. Nach einem sehr kurzen Spaziergang auf dem Rand des Kraters ging es dann zügig rüber zum gegenüberliegenden Vulkan Leirhnjúkur.

GPS: 65.717819, -16.757900

Leirhnjúkur

Leirhnjúkur

Der aktive Vulkan Leirhnjúkur gehört, wie der Vulkansee Víti, zum Vulkansystem der Krafla. Um und über den Berg führen gut ausgebaute Wanderwege. Diese nutzten wir auch und wanderten ausgiebig auf dem Vulkan herum. Die Landschaft um den Vulkan ist unglaublich bunt, einige der schönsten Fotos von Island enstanden auf diesem Vulkan. Außerdem blubberte und qualmte es überall und der für Island typischen Geruch nach Schwefelwasserstoff war in der Umgebung des Leirhnjúkur besonders intensiv. Gerne wären wir noch etwas länger herumgewandert, aber unser Programm war an diesem Tag recht straff, weshalb wir uns nach gut einer Stunde zum nächsten Naturwunder aufmachen mussten.

GPS: 65.713327, -16.774606

Námafjall

Námafjall

Direkt neben dem aktiven Vulkan Leirhnjúkur befindet sich ein weiterer aktiver Vulkan, der Námafjall. Er gehört ebenfalls zum Vulkansystem der Krafla und ist vor allem für das Hochtemperaturgebiet Hverarönð bekannt. Dort gibt es Solfataren, also Stellen an denen Wasserdampf, Schwefelwasserstoff, elementarer Schwefel und andere Mineralien aus der Erde austreten, sowie zahlreiche kochende Schlammtöpfe und Fumarolen. Am beeindruckensten fand ich die Solfataren, beim Austreten des Wasserdampfes erzeugen sie ein lautes Zischen und auch die Menge des austretenden Wasserdampfes ist enorm. Nachdem wir mehrmals durch den heißen und vermutlich hochgiftigen Dampf spaziert sind, war es höchste Zeit das Vulkansystem wieder zu verlassen.

GPS: 65.641832, -16.807687

Grjótagjá

Grjótagjá

Die Grjótagjá ist ein Hot-Pot in einer Höhle, der besonders früher sehr beliebt war. Durch erhöhte geothermale Aktivität in der Region stieg die Temperatur zwischen 1975 und 1984 allerdings auf bis zu 60 °C an, was das Baden in dem Hot-Pot unmöglich machte. In den letzten Jahren ist die Temperatur wieder gesunken, allerdings ist die Höhle mittlerweile einsturzgefährdet. Auf großen Schildern wird darauf hingewiesen, dass das Betreten der Höhle auf eigene Gefahr geschieht. Deshalb ersparten wir uns das Planschen dieses Mal und setzten unsere Reise nach ein paar Fotos fort.

GPS: 65.625028, -16.883441

Mývatn

Mývatn

Ihr könnt auf der Ringstraße am nördlichen Ufer des Sees Mývatn entlang fahren, oder auf die 848 abbiegen, die am südlichen Ufer des Sees entlang führt. Unser Navi entschied sich für die südliche Strecke, dem wir, trotz der Erfahrungen der letzten Tage, ausnahmsweise vertrauten. Wir hielten an verschiedenen Parkplätzen am Ufer des Sees immer mal wieder an und betrachteten die zahlreichen Inseln auf dem See sowie die Lavaformationen am Ufer des Sees. Der Mývatn ist ein wunderschöner See den ihr euch bei einem Island-Roadtrip nicht entgehen lassen solltet!

GPS: 65.575358, -16.948892

Laxá í Aðaldal

Laxá í Aðaldal

Der Fluss Laxá í Aðaldal stand eigentlich nicht auf unserem Programm, aber die grandiose Aussicht auf den Fluss und die ihn umgebenden Felder zwangen uns quasi zu einem zusätzlichen Stopp. Das Licht war besonders schön und in den unzählbaren kleinen Stromschnellen im Fluss ließ das Sonnenlicht das Wasser glitzern. Der Anblick war einfach traumhaft! Leider war es mir unmöglich, diese außergewöhnliche Atmosphäre in einem Foto festzuhalten.

GPS: 65.594598, -17.177886

Goðafoss

Goðafoss

Der Goðafoss ist einer der bekanntesten Wasserfälle Islands. Da er direkt an der Ringstraße liegt, könnt ihr ihn auch nicht verfehlen. Das blaue Wasser, seine halbrunde Form und die unterschiedlichen Fallhöhen machen ihn einzigartig. Um an den Rand des Wasserfalls zu kommen, müsst ihr den Zufluss des Wasserfalls überqueren indem ihr über einige Steine hüpft – mit viel Glück bleiben eure Füße dabei trocken. Der Weg lohnt sich aber, denn der Goðafoss sieht von ganz vorne noch toller aus!

GPS: 65.684354, -17.548233

Grenjaðarstaður

Grenjaðarstaður

Die Grassodenhaussiedlung Grenjaðarstaður war ein weiterer nicht geplanter Stopp. Auf dem Weg zu unserer Unterkunft wurden wir durch ein Schild am Straßenrand auf sie aufmerksam, also legten wir auch hier noch einen kleinen Stopp ein. Nachdem wir eine Runde um die alten Behausungen mit ihren Grasdächern gedreht haben, fuhren wir dann schließlich zu unserer Unterkunft für die nächsten beiden Tage.

GPS: 65.820579, -17.349786

Bauernhof in Þingeyjarsveit

Unsere Unterkunft befand sich in einem Bauernhof in Þingeyjarsveit, den wir über Airbnb gefunden hatten. Frühstück war bereits inklusive und für zusätzlich nur 3000 ISK (~20 €) pro Person bekamen wir ein deftiges, selbstgekochtes Abendessen – mit Rindfleisch aus der eigenen Aufzucht und Gemüse aus eigenem Anbau. Sehr lecker und ganz klar das Beste was wir während unseres Aufenthaltes in Island gegessen haben!

Am nächsten Morgen durften wir beim Melken der Kühe zusehen und ein Kalb streicheln, welches in der Nacht erst zur Welt kam.

Wir hatten auf unserem Trip insgesamt zwei Unterkünfte in Bauernhöfen, diese stellten sich im Nachhinein auch als die besten Unterkünfte in Island heraus. Solltet ihr wirklich gute Unterkünfte in Island suchen, dann empfehle ich euch nach Zimmern in Farmen und Höfen Ausschau zu halten!

Galerie (37 Fotos)

Willi Thiel

Geschrieben von Willi Thiel am 29. September 2015.



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