Von Bangkok nach Siem Reap

Reisetagebuch Kambodscha – Tag 1: Über die Grenze bei Aranyaprathet nach Kambodscha

vor 9 Monaten veröffentlicht unter Reisen Kambodscha.

Kambodscha und Vietnam standen schon länger weit oben auf unserer Bucket-Liste, allerdings waren wir uns nicht wirklich sicher, ob wir diese Länder, allen voran Kambodscha, alleine bereisen wollen. Die Lösung war eine pauschale Gruppenreise, die in Thailand startete und uns einmal quer durch Kambodscha und Vietnam führen sollte. In diesem Reisetagebuch werde ich nun über unsere Erlebnisse während dieser Reise berichten, in diesem ersten Teil geht es vor allem über die Grenzüberschreitung von Thailand nach Kambodscha bei Aranyaprathet und unseren ersten Abend in Siem Reap.

G Adventures

Aufgrund diverser Reiseberichte und Erfahrungen anderer Reisender hatten wir ein wenig Respekt vor einer selbst organisierten Individualreise durch Kambodscha. Die Grenzüberschreitungen können etwas abenteuerlich enden und die Anmietung eines Motorrollers ist zwar möglich, aber beim dortigen Chaos im Straßenverkehr auch gefährlich. Die Polizei entscheidet hin und wieder etwas willkürlich und Überfälle auf Touristen blieben in der letzten Zeit leider nicht aus.

Glücklicherweise wurden wir in unserem lokalen Reisebüro von STA Travel auf den Anbieter G Adventures aufmerksam, der organisierte Gruppenreisen durch verschiedene Länder in Südostasien anbietet. Kurzerhand entschiedenen wir uns für die Tour Cambodia & Vietnam on a Shoestring, die im Rahmen der 18-to-Thirtysomethings-Reihe angeboten wird. Die Unterkünfte beschränken sich dabei auf das Nötigste, es wird in günstigen Hotelzimmern und Hostel-Dorms übernachtet. Der Transfer von Ort zu Ort findet in privaten Kleinbussen oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt.

Da wir nicht wirklich Lust auf Dorms hatten, war eine Bedingung für die Buchung der Reise, dass wir diese zu normalen Hotelzimmern upgraden können. Uns wurde auch sichergestellt, dass dies kein Problem ist und unser Tourguide dies vor Ort für uns machen würde. Dies erwies sich leider als Fehlinformation, denn ein Upgrade vor Ort war nicht möglich. Als Notlösung buchten wir dann vor Ort per booking.com unsere eigenen Unterkünfte, was auch sehr kurzfristig nie ein Problem darstellte und wirklich günstig war. Das Geld für die nicht genutzten Dorm-Betten haben wir allerdings nicht erstattet bekommen. An welchen Orten wir auf ein separat gebuchtes Hotel ausgewichen sind, werde ich in den jeweiligen Artikeln für euch kennzeichnen.

Da dies unsere erste Gruppenreise war, waren wir gespannt was uns erwartet, ob wir mit der Gruppe klar kommen würden und wie der generelle Reisestil in einer Gruppe ist. Viel besser als erwartet haben wir uns mit unseren Mitreisenden verstanden und innerhalb kürzester Zeit sind wir zur „Spicy Family“ zusammengewachsen, die sich gegenseitig unterstütze und sehr viel Spaß miteinander hatte. Der Reisestil war sehr entspannt und hat uns wirklich super gefallen. Was bei einer Gruppenreise aber leider etwas zu kurz kommt, ist die Möglichkeit zu Fotografieren. Abgesehen von den Hauptattraktionen, von denen es sowieso bereits unzählige Fotos im Netz gibt, war leider nicht viel Zeit um das Alltagsleben der Einheimischen einzufangen. Deshalb habe ich auch noch nie auf einer Reise so wenig Fotos gemacht wie auf dieser, ich hoffe aber das ein oder andere Foto wird euch trotzdem gefallen. Daher mein Rat: Wenn ihr beabsichtigt, Fotos zu machen, dann solltet ihr definitiv keine Gruppenreise buchen! Für diesen Fall gibt es allerdings spezielle Fotoreisen, die ebenfalls in einer Gruppe durchgeführt werden, der Fokus aber auf Fotografieren liegt.

Bangkok Centre Hotel

Karte an den Koordinate 13.736976°, 100.516788°

Nachdem wir bereits ein paar Tage zur Akklimatisierung und dem Überwinden des Jetlags in Bangkok verbracht hatten, startete unsere Tour am Abend des 24.12.2018 im Bangkok Centre Hotel. Um 18 Uhr gab es ein kleines Kennenlerntreffen und anschließend ging es zum ersten gemeinsamen Essen.

Am nächsten Morgen um 7 Uhr startete dann unsere Reise in Richtung Kambodscha, zwei kleine Busse warteten vor unserem Hotel und brachten uns an die kambodschanische Grenze bei Aranyaprathet.

GPS: 13.736976°, 100.516788° (OpenStreetMap, Google Maps)

eVisa Kambodscha

Ihr habt die Möglichkeit, bei eurer Einreise nach Kambodscha ein Visum zu erwerben, allerdings wird in diversen Blogs und auch von unserem Tourguide davon abgeraten. Die Beamten verlangen horrende Bestechungsgelder Bearbeitungsgelder für das Visum und wenn ihr das nicht zahlt, sitzt ihr stundenlang bei knapp 40°C in einem geschlossenen Raum rum.

Aus diesem Grund hatten wir uns vorher auf www.evisa.gov.kh ein eVisa geklickt. Das hat 36 USD gekostet, ging supereinfach und das Visum war schon nach wenigen Minuten im E-Mail-Postfach. Bevor ihr loslegt, solltet ihr aber einen Scan von eurem Reisepass und einem Passfoto anfertigen, diese müsst ihr nämlich dort hochladen.

Für diejenigen aus unserer Gruppe, die noch kein Visa für Kambodscha hatten, sind wir zum Generalkonsulat von Kambodscha in der Nähe der Grenze gefahren. Dort hat unser Guide die fehlenden Visa für Kambodscha beantragt, was kein Problem darstellte und innerhalb weniger Minuten erledigt war.

Aranyaprathet

Karte an den Koordinate 13.661280°, 102.550225°

Grenzübergang Aranyaprathet

Anschließend ging es zum Grenzübergang bei Aranyaprathet, einem der hektischsten und betrieblichsten Grenzübergänge in Südostasien. Vor der Grenze mussten wir unsere Busse verlassen, denn die Grenze muss man zu Fuß überqueren. Die Ausreise aus Thailand war kein Problem, dann ging es ein Stück durch das Niemandsland zwischen Thailand und Kambodscha. Eigentlich darf sich in diesem Bereich niemand aufhalten, aber überall lungerten Menschen rum, die wohl auf ihre Gelegenheit warteten, den ein oder anderen Touristen auszunehmen. Bei einem durchschnittlichen Monatseinkommen von unter 100 € kann ich ihnen das auch nicht übel nehmen.

Wir wurden allerdings nicht angequatscht und es ging auf schnellstem Wege zum kambodschanischen Grenzposten. Dort dauerte die Einreise etwas länger, wir mussten Fingerabdrücke von allen Fingern abgeben und für ein Foto lächeln. Aber auch bei der Einreise gab es keinerlei Probleme und so standen wir etwa eine Stunde später in Kambodscha.

Backpacks auf einem Karren

Unsere großen Backpacks (natürlich ohne Wertsachen) haben wir vor der Grenze auf einen Karren gelegt, der für ein paar Dollar auf die andere Seite der Grenze gebracht wurde, was uns unnötige Fragen zu unserem Gepäck und das Tragen des schweren Rucksacks über die Grenze ersparte.

GPS: 13.661280°, 102.550225° (OpenStreetMap, Google Maps)

Währungen in Kambodscha

Währungen in Kambodscha

Angekommen in Kambodscha ging dann das Währungschaos los. An Geldautomaten bekommt ihr US-Dollar ausgezahlt. Wenn ihr etwas für einen halben US-Dollar bezahlt, bekommt ihr das Rückgeld in der kambodschanischen Währung Riel ausgezahlt. Und um die Verwirrung komplett zu machen, könnt ihr auch mit euren restlichen Baht aus Thailand so gut wie überall bezahlen. Als Faustregel gilt, dass 4000 Riel oder 30 Baht einem US$ entsprechen.

Außerdem ist wohl relativ viel Falschgeld im Umlauf, deshalb solltet ihr euer Rückgeld vor allem Abends in schlecht beleuchteten Pubs und Bars genau prüfen. Sonst habt ihr am nächsten Tag einen zwinkernden Abraham Lincoln im Geldbeutel.

Mobiles Internet

Direkt hinter der Grenze hatte ich die Möglichkeit, eine Metfone-SIM-Karte zu erwerben. Für umgerechnet 2,69 € bekam ich eine Karte mit unlimitiertem LTE Datenvolumen, gültig für 30 Tage. Der Verkäufer hat die Karte auch direkt in mein iPhone eingelegt und aktiviert, sodass ich sofort das schnelle Internet nutzen konnte. Ganz legal hat sich das ganze nicht angefühlt, aber das Internet hat bis zum Ende problemlos funktioniert.

Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, dann solltet ihr in einen offiziellen Laden der dortigen Mobilfunkanbieter gehen. Dort benötigt ihr dann aber auch euren Reisepass und euer Visum für die Registrierung der SIM-Karte, was mir beim Kauf an der Grenze erspart blieb.

Phila's house

Children of Spean Chreav

Angekommen in der 180.000 Einwohner Stadt Siem Reap, die vor allem wegen ihrer Nähe zur berühmten Tempelanlage Angkor Wat bekannt ist, fuhren wir mit Tuk Tuks zu einer privaten Schule. Die Schule sorgt dafür, dass alle Kinder in Siem Reap eine Schulausbildung bekommen und wird von G Adventures und der Planeterra Foundation dabei unterstützt.

Wir nahmen auf dem Boden eines Pavillons Platz und bekamen eine Vielzahl verschiedener Khmer-Spezialitäten serviert. Mein absoluter Favorit war Amok, das kambodschanische Nationalgericht, ein mit Kokoscreme garniertes Fischcurry, das in einem Bananenblatt serviert wird. Aber auch die restlichen Speisen waren allesamt sehr lecker!

Das Essen war in unserem Reisepreis enthalten, die Getränke mussten wir selbst zahlen. Der komplette Erlös kommt der Schule zugute. Ein wirklich schönes Projekt!

Sovann Angkor II Hotel

Karte an den Koordinate 13.363198°, 103.855875°

Relativ früh erreichten wir schließlich unsere Unterkunf in Siem Reap, das Sovann Angkor II Hotel. Da es am nächsten Morgen bereits um 4:00 Uhr zu Angkor Wat gehen sollte, fiel das Abendprogramm aus und wir begaben uns zeitig ins Bett. Über unseren Besuch in Angkor Wat erzähle ich euch dann im nächsten Reisebericht dieses Reisetagebuches mehr!

GPS: 13.363198°, 103.855875° (OpenStreetMap, Google Maps)

Galerie (17 Fotos)

Willi Thiel

Geschrieben von Willi Thiel am 20. Januar 2019.


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