Auf nach Havanna

Kuba-Tagebuch – Tag 1: Von Frankfurt nach Havanna

vor 3 Jahren veröffentlicht unter Reisen Kuba.

Noch bevor die ersten KFCs und McDonalds auf Castros Karibikinsel eröffnet werden, wollten wir das „klassische“ Kuba besuchen. Und da wir mit Sicherheit nicht die einzigen mit diesem Wunsch waren, planten und buchten wir bereits Anfang 2015 eine Reise für den Februar 2016 nach Kuba. Jetzt liegt diese Reise hinter uns und ihr könnt nun hier nachlesen, was wir dabei so erlebten und worauf ihr bei eurem Kuba-Trip achten solltet.

Flug

Condor Flug

Da Kuba eine recht langgezogene Insel ist und wir vorhatten, einen Roadtrip quer durch Kuba zu machen, tendierten wir zu einem Gabelflug. Außerdem sollte es ein Direktflug sein und der Flug möglichst auf einem gut zu erreichenden Flughafen in der Nähe starten. Bei diesen Anforderungen kam für uns nur Condor in Frage, die zwischen Frankfurt und Havanna, Holguìn, Santa Clara und Varadero fliegen. Für den Hinflug entschieden wir uns für die Strecke Frankfurt-Havanna, da Havanna recht weit im Westen von Kuba liegt. Der Rückflug ging von Holguìn nach Frankfurt, da Holguìn der östlichste Flughafen ist, den Condor anfliegt. So konnten wir Kuba bequem per Roadtrip vom Westen in Richtung Osten erkunden, ohne später die über 1000 km zurück nach Havanna fahren zu müssen.

Aufgrund der doch recht langen Flugzeiten entschieden wir uns für die Premium Economy Class von Condor. Der Aufpreis war relativ gering, aber die Zusatzleistungen waren es wirklich wert, vor allem der separate Check-In sowie die zusätzliche Beinfreiheit erhöhten den Komfort enorm. Ich würde es jederzeit wieder so machen und kann euch auch raten, das Upgrade von der Economy Class auf die Premium Economy Class in Betracht zu ziehen, sofern ihr mit Condor fliegt!

José Martí International Airport

José Martí International Airport

Nach knapp 11,5 Stunden Flugzeit landeten wir pünktlich um 14:50 auf dem José Martí International Airport in Havanna. Die Einreise nach Kuba erfolgte überraschend problemlos. Aus anderen Ländern kannte ich Passkontrollen am Flughafen nur mit Warteschlangen von mehreren Stunden, doch in Havanna war das anders und so mussten wir überhaupt nicht warten. Nach der obligatorischen Passkontrolle, der Vorlage unserer Touristenkarten (mehr dazu im Artikel Kuba: Reiseplanung) und der kurzen Frage, ob wir in den letzten 6 Wochen ein Ebola-Gebiet bereist hätten, bekamen wir unseren Stempel in den Pass und durften uns nun für die nächsten 30 Tage in Kuba aufhalten. Nach der Bestätigung meiner Auslandskrankenversicherung, auf die in vielen Blogs und Foren hingewiesen wird, wurde erst gar nicht gefragt.

Nach der Passkontrolle mussten wir unser Handgepäck noch einmal von einem Röntgengerät durchleuchten lassen und wurden von einem Drogenhund beschnüffelt, bevor es zum Gepäckband des Flughafens ging. Bis hierher ging es überraschend fix, aber nun fing doch das Warten an. Zeitgleich mit uns kamen nämlich einige Flüge aus Miami in Havanna an und diese waren wirklich vollgepackt mit „Geschenken“. Neben unzähligen Koffern lagen etliche Flachbildfernseher, Klimageräte, Fahrräder und sogar Poolreinigungsroboter auf dem Gepäckband. Rund um das extrem kurze und einzige sich in Betrieb befindliche Gepäckband, warteten die Passagiere mehrerer Flüge auf ihre Koffer. Hin und wieder kam ein Kubaner von draussen und überprüfte die Namen, die auf die Kartons der diversen Geräte und Koffer geschrieben waren, erspähte er seinen Namen (oder auch nicht?), griff er zu und verschwand anschließend mit mehreren Geräten und/oder Koffern unter dem Arm wieder aus dem Flughafen. Da das Gepäckband gnadenlos überfüllt war, nahm ein eifriger Mitarbeiter des Flughafens regelmäßig alle Gepäckstücke vom Band und verteilte sie zwischen den warteten Passagieren im Raum. Es war Chaos pur, aber wir wollten ja Abenteuer. Nach fast zwei Stunden lagen unsere Koffer dann endlich auf dem Gepäckband und wir schnappten sie, bevor der übereifrige Kubaner sie zwischen den wartenden Menschen verstecken konnte.

In die Hauptstadt

Der Vermieter unserer ersten Casa Particulares (eine Casa Particulares ist ein Zimmer, meistens mit eigenem Bad, die sich in Häusern/Wohnungen von Kubanern befinden und von diesen vermietet werden) hat uns einen Taxifahrer zum Flughafen bestellt, der dort mit einem Schild mit unseren Namen auf uns wartete. Nachdem wir uns durch die Menschenmassen vor dem Ausgang gekämpft haben – keine Ahnung, was die alle da wollten – fanden wir schließlich unseren Taxifahrer im Getümmel. Aber bevor es ins Zentrum von Havanna ging, mussten wir noch unsere Euros in die kubanische Touristenwährung CUC wechseln. In der Wechselstube im Abflugterminal wechselte jeder von uns erstmal nur 100 Euro in CUC, da wir das kubanische Geld noch nicht kannten und wir nicht allzu viel Verlust machen wollten, falls man uns nach dem langen und ermüdenden Flug übers Ohr hauen sollte. Der Geldwechsel verlief allerdings problemlos und ehrlich, so dass wir uns nun endlich zu unserer ersten Unterkunft fahren lassen konnten.

Casa Colonial Yadilis y Joel #2

Visitenkarte der Casa Colonial Yadilis y Joel #2

Unsere erste Casa war die Casa Colonial Yadilis y Joel #2, die wir auf Tripadvisor gefunden haben. Mit Hilfe von Google haben wir die Email-Adresse des Besitzers ausfindig gemacht und darüber die Casa im vorraus reserviert. Die Casa hat gleich mehrere Gästezimmer und liegt in einer Parallelstraße zum berühtem Malecón, in unmittelbarer Nähe zum Stadtteil Vieja, dem historischen Kern von Havanna.

Unser Zimmer in der Casa Colonial Yadilis y Joel #2

Falls ihr euch bei einem Kuba-Trip für diese Casa entscheiden solltet, die genauen GPS-Koordinaten lauten: 23.143875, -82.360011 – mit GPS-Koordinaten seid ihr in Kuba generell besser dran als mit Adressen, denn Karten sind meistens unvollständig oder veraltet und Straßennamen existieren in einer Stadt gleich mehrfach. Außerdem findet man recht wenige Schilder mit Straßennamen und Hausnummern gibt es auch nicht überall. Auch kurz mal im Internet nachschauen geht nicht, da kommt man nämlich in Kuba auch nicht so einfach rein, aber dazu in einem späteren Artikel mehr.

Malecón

Malecón

Sehr viele Häuser in Kuba haben Flachdächer, auf denen sich die Wasserbehälter für die Wasserversorgung des Hauses befinden. In den Casa Particulares sind die Flachdächer meistens zu Dachterassen ausgebaut, auf denen man entspannt den Sonnenuntergang bei Mojito und Cohiba genießen kann. So auch in unserer Casa in Havanna, von hier aus hatte man außerdem einen tollen Ausblick auf den Malecón.

Zum Abschluss unseres ersten Tages in Kuba ging es dann noch nach Vieja, wo wir uns ein hübsches Restaurant suchten und unseren ersten Reis mit schwarzen Bohnen serviert bekamen.

Galerie (5 Fotos)

Willi Thiel

Geschrieben von Willi Thiel am 10. März 2016.


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Kommentare

Kurt
vor 2 Jahren

Zurück von meiner Kuba Reise im Februar 2017, bin ich auf diesen schönen und aussagekräftigen Reisebericht gestoßen. Super! Einen praktischen Hinweis zu Geldwechsel möchte ich geben:
Am 4.Februar17 bin ich in sehr müde Havanna gelandet. (Einfache Touri Klasse) Nach der Landung ging ich zum Geldwechsel.
Dazu musste ich mich in ein Nebengebäude begeben und in einer langen Schlange anstellen.
Noch in der Schlange machte die Nachricht die Runde, es gebe CUC nur noch in Scheinen a 5 CUC.
Trotzdem habe ich 700€ in CUC gewechselt um nicht dauernd wechseln zu müssen.
Umgerechnet hätten es also also 140 Scheine a 5CUC plus x.(Umrechnung € zu CUC nahe 1:1)
Das Geld lief durch die Zählmaschine und ich erhielt ein Bündel mit Banderole "100 Scheine a 5 CUC", sowie 40 Scheine a 5 CUC +x als loses Bündel. Das Geld wurde vor meinen Augen nicht vorgezählt.
Am nächsten Tag zählte ich nach und stellte fest, in dem Bündel mit Banderole waren nur 70! Scheine a 5 CUC.
Es fehlten also 30 Scheine a 5 CUC, d.h. 150 CUC, bzw ca 150 €! (Das Bündel befand sich stets in meinem verschlossenem Rucksack.)
Also habe ich viel Lehrgeld gezahlt! Also immer schön vorzählen lassen am Wechselschalter bzw direkt am Schalter prüfen.
Ansonsten war es eine tolle Reise!
Kurt

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