Ein Rundgang durch Havanna

Kuba-Tagebuch – Tag 2: Ein Spaziergang durch Vieja, dem historischen Kern der kubanischen Hauptstadt

vor 3 Jahren veröffentlicht unter Reisen Kuba.

Nachdem wir unseren Jetlag ausgeschlafen hatten, stand eine Erkundung des historischen Kerns der kubanischen Hauptstadt auf den Programm. Doch bevor es nach Vieja ging, suchten wir eine Bank auf, um unsere restlichen Euros in kubanische Peso convertibles zu tauschen.

Geldwechsel

In Kuba habt ihr drei Möglichkeiten, euer Geld sicher zu wechseln: im Hotel, bei einer Bank oder bei einer CADECA – einer Wechselstube. Den schlechtesten Wechselkurs habt ihr im Hotel, gefolgt von der CADECA, den besten Wechselkurs bekommt ihr normalerweise bei einer Bank. Nachteil der Bank ist, dass dort alle ihr Geld wechseln möchten und auch Kubaner ihre Bankgeschäfte dort erledigen, weshalb es etwas länger dauern kann. Wir entschieden uns trotzdem für einen Geldwechsel in der Bank, suchten aber gezielt nach einer etwas versteckten Bank in einer der Nebenstraßen, in der Hoffnung nicht allzu lange warten zu müssen.

Nach einer Weile hatten wir eine Bank gefunden, aber auch vor der dieser relativ versteckten Bank war eine lange Warteschlange. Wir stellten uns trotzdem an und nach ca. 30 Minuten Wartezeit waren wir unsere restlichen Euros los und hatten einen dicken Stapel Peso convertibles.

In den einschlägigen Kuba-Foren liest man desöfteren von Betrugsversuchen beim Geldwechsel, das kann ich allerdings nicht bestätigen. Die Geldwechsel passierten bei mir immer sehr transparent, mit ordentlicher Quittung und deutlichem Vorzählen der Scheine.

Havanna Vieja

Havanna Vieja

Mit frischem kubanischen Bargeld brachen wir dann zu einem Spaziergang durch das historische Zentrum von Kuba auf. Vieja ist wunderschön und es hat uns unglaublich viel Spaß gemacht, einfach durch die zahllosen Gassen zu schlendern und uns zu verlaufen. Überall gab es etwas Neues zu entdecken.

So kamen wir zum Beispiel an einer Boxschule vorbei, in der gerade Training stattfand. Nachdem wir wohl etwas zu neugierig geschaut haben, wurden wir prompt von der Besitzerin in das kleine Stadion eingeladen und wir durften ein paar Kindern beim Trainig zusehen, während sie uns die Geschichte der Boxschule erzählte.

Bei meinen Recherchen zu der Boxschule bin ich auf einen etwas älteren, aber dennoch lesenswerten SpOn-Artikel zu eben dieser Boxschule gestoßen: Boxschulen auf Kuba: Tanzende Füße, wirbelnde Fäuste. Falls ihr am „Gimnasio de Boxeo Rafael Trejo“ vorbei kommen sollten, dann werft einen Blick hinein, ihr werdet es nicht bereuen!

Camera Obscura

Camera Obscura

Weiter ging es zum Plaza Vieja, einem sehr schönen Platz mitten im Zentrum von Vieja. Dort befindet sich die relativ berühmte „Camera Obscura“. Mit einem Aufzug fuhren wir auf das Dach des Gebäudes, von wo wir eine tolle Aussicht auf den Plaza Vieja und dessen Umgebung hatten. Nach eine paar Minuten startete dann die nächste Führung und wir wurden in einen dunklen Raum gebeten, in dem wir die eigentliche Camera Obscura vorfanden, eine Lochkamera mit Spiegelsystem, die das Bild von draussen auf eine Leinwand warf. Ein Guide konnte das Spiegelsystem aus dem Raum bewegen und so verschiedene Sehenswürdigkeiten auf die Leinwand bringen und etwas dazu erzählen. Seine Ausführungen waren dabei auf Spanisch und auf Englisch. Die Führung durch die Sehenswürdigkeiten Havannas war nicht sehr lang, hat uns aber sehr viel Spaß gemacht! Für die Aussicht vom Dach und die kleine Tour durch Havanna lohnt es sich jedenfalls, 2 CUC zu investieren und die „Camera Obscura“ zu besuchen!

Casa Colonial Yadilis y Joel #2

Casa Colonial Yadilis y Joel #2

Nachdem wir weitere drei Stunden durch Vieja spaziert waren, wurden wir langsam müde und legten einen Zwischenstop in unserer Casa ein, die sich glücklicherweise in direkter Nähe zu Vieja befand. Unsere Unterkunft befand sich in dem rot-gelben Gebäude, das ihr auf dem oberen Foto sehen könnt. In der Regel erkennt ihr Restaurants, Hotels und Casa Particulares an ihren, im Vergleich zu den anderen Gebäuden, doch recht gepflegten Fassaden. Denn wer vom Staat eine Lizenz für den Tourismussektor erhalten hat, der kann sich in Kuba schon zu den Reichen zählen. Ganz nach George Orwell: Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher.

Malecón

Havanna Malecón

Zum Sonnenuntergang ging es dann an den weltberühmten Malecón, der Küstenstraße von Havanna. Am Abend ist hier am meisten los, Jugendliche treffen sich überall entlang der Küstenmauer und tauschen ihre Erlebnisse des Tages aus, zahlreiche Touristen laufen den Malecón auf und ab und unten am Wasser angeln Kubaner um die Wette. Dabei entsteht eine ganz besondere Stimmung, die wir sehr genossen haben!

Le Figaro

Nach dem Sonnenuntergang zog es uns wieder in den Stadtteil Vieja, wo wir uns ein nettes Restaurant suchten. Unsere Wahl fiel auf das „Le Figaro“, ein kleines Restaurant im Norden von Vieja, in der Peña Pobre. Dort gab es Hummer in Kaffesoße für unschlagbare 15 CUC (~13,50 €) und dazu eine Menge Kokosnuss-Mojitos für jeweils 3 CUC (~2,70 €). Ein ausgezeichneter Tagesabschluss!

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Willi Thiel

Geschrieben von Willi Thiel am 13. März 2016.


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Kommentare

Constance
vor 2 Jahren

Geld wechseln kann man auch am Flughafen. Aber man wird beschissen, dass sich die Balken biegen. Also gut nachzählen und nicht locker lassen, bis die Rechnung stimmt. Da werden 1 CUC Scheine zwischen 20CUC Scheine gemischt, damit die Anzahl in der Schein-Zählmaschine stimmt.
Neuerdings gibt es in fast jeder Stadt viele ATM Kreditkarten Automaten. Ich habe diese nicht getestet, da ich mein Geld schon hatte. Aber ich vermute doch, dass sie funktionieren.

vor 2 Jahren

Hallo Constance,

zum Geldwechsel in der Cadeca am Flughafen hatte ich bereits im ersten Artikel dieses Reisetagebuches etwas geschrieben. Wir haben zwar nur 200 € am Flughafen gewechselt, aber das Geld wurde uns von Hand und gut sichtbar vorgezählt und es hat nichts gefehlt. Geldautomaten haben wir damals keine gesehen, das ist natürlich praktisch, wenn es diese mittlerweile gibt!

Grüße, Willi

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