Pak Beng: Reisebericht

Zwei Tage auf einen Slowboat über den Mekong

vor einem Monat veröffentlicht unter Reisen Laos.

Die letzten Tage unserer Reise durch Laos verbrachten wir fast ausschließlich auf dem Mekong, der „Lebensader“ des kontinentalen Südostasien. Von Luang Prabang aus fuhren wir zwölf Stunden auf dem Mekong, bis wir eine Siedlung in der Nähe des Ortes Pak Beng erreichten. Dort befand sich unser Homestay für die Nacht. Am nächsten Morgen ging es wieder für 13 Stunden auf den Mekong, bis wir den Grenzort Huay Xai erreichten, wo wir das Slowboat schließlich verließen und die Grenze nach Thailand überquerten.

Slowboat auf dem Mekong

Um 4:00 Uhr am Morgen startete unsere Tour in Luang Prabang, in einem Hafen in der Nähe wartete ein sogenanntes „Slowboat“ auf uns, auf dem wir die nächsten beiden Tage verbringen sollten. Ein Slowboat ist ein ca. 40 Meter langes Holzboot, auf dem sich eine Wohngelegenheiten für die Betreiberfamilie sowie viele Sitz- und Schlafplätze befinden. Ungefähr 120 Menschen finden auf einem Slowboat Platz, wir hatten mit unserer 16-köpfigen Gruppe ein Slowboat für uns komplett alleine und so sehr viel Platz.

Unser Slowboat war sehr luxuriös und gleich mit mehreren Toiletten und einer kompletten Küche ausgestattet. Im vorderen Bereich befanden sich gemütliche Liegeplätze unter einem Schiebedach, das bei gutem Wetter tagsüber geöffnet wurde.

Am Mittag wurde eine üppige Mahlzeit zubereitet und wir durften uns am Buffet bedienen. Auch gekühlte Getränke konnten wir uns zu fairen Preisen aus einer Eisbox besorgen.

Die Fahrt von Luang Prabang nach Pak Beng dauerte etwa 12 Stunden, die ich sehr entspannend fand. Bei gekühltem Bier konnte ich das langsam an mir vorbei ziehende, abwechslungsreiche Ufer des Mekongs beobachten. Die Entdeckung der Langsamkeit – und einer der schönsten Tage der gesamten Reise durch Laos!

GPS: 19.971129°, 102.240795° (OpenStreetMap, Google Maps)

Homestay in Huay Thom

Karte an den Koordinate 19.820082°, 101.251815°

Huay Thom

Am frühen Abend erreichten wir unser „Homestay“, eine kleine Siedlung in der Nähe von Pak Beng. Kein Handynetz, kein Strom, aber immerhin eine Toilette (aka Loch im Boden) und eine Open Air Dusche im Zentrum des Ortes.

Huay Thom

Nachdem wir unser Gepäck abgestellt haben, bekamen wir eine Führung durch die im Hang gelegene Siedlung. Vorbei an all den Wohnhütten spazierten wir zum höchsten Punkt der Siedlung, an dem sich die Grundschule befindet und von wo aus wir einen schönen Ausblick auf den Mekong und die andere Flussseite hatten.

Huay Thomg

Es ist schon sehr beeindruckend, unter welchen Vorraussetzungen die Menschen an diesem Ort das Leben meistern. Das Dorf versorgt sich fast komplett selbst, so kam es dann auch, dass es zum Abendbrot unter anderem ein Curry mit Katzenfleisch gab, man muss halt essen was vorhanden ist.

Wovon aber auf jeden Fall genug da war, das war der selbstgebrannte Schnaps der Einheimischen – und so wurde es eine feucht-fröhliche Nacht. Es war ja auch schließlich der 31.12., aber dazu später mehr.

GPS: 19.820082°, 101.251815° (OpenStreetMap, Google Maps)

Baci Zeremonie

Baci Ceremony

Denn bevor die Silvesterparty starten konnte, durften wir an einer Baci-Zeremonie teilnehmen. Die Baci-Zeremonie ist ein Ritual der phi – dem traditionellen Glauben der Tai-Völker. Die Baci-Zeremonie wird zu besonderen Ereignissen abgehalten, wie Hochzeiten, Geburten oder wie in unserem Fall dem Beginn eines neues Jahres.

Während der Zeremonie versammelten wir uns alle um einen in der Mitte des Raumes aufgestellten Schrein. Der Dorfälteste vertrieb anschließend alle bösen Geister von dem Ort. Dann wurden wir von den Einheimischen gesegnet und wir bekamen weiße Baumwollbänder um die Armgelenke gebunden, welche Glück bringen sollen. Zum Abschluss der Zeremonie gab es unmengen an Keksen und Selbstgebranntem Schnaps. Eine wahrhaft außergewöhnliche Erfahrung!

Silvester am Sandstrand vom Mekong

Karte an den Koordinate 19.820082°, 101.251815°

Silvester am Sandstrand vom Mekong

Pünktlich um 21:00 Uhr hat der Dorfälteste die Nachtruhe im Dorf ausgerufen und wir mussten unsere Silvesterparty verlegen. So zogen wir mit einigen jungen Einheimischen und deren Selbstgebranntem und unserem Rum an den Strand des Mekongs, wo wir ein Lagerfeuer errichteten und bis in den morgen feierten. Eine unvergessliche Nacht, definitiv das beste Silvester, das ich je hatte!

GPS: 19.820082°, 101.251815° (OpenStreetMap, Google Maps)

Ein weiterer Tag auf dem Mekong

Karte an den Koordinate 19.882424°, 100.845965°

Dorf am Ufer des Mekongs

Um 4:00 Uhr am Morgen ging es dann wieder auf das Slowboat, das Kurs in Richtung Huay Xai nahm. Den Vormittag nutzten wir aber erstmal dafür, unseren Rausch auszuschlafen, was auf dem Slowboat ja wunderbar möglich war. Am Mittag genossen wir dann wieder den wundervollen Ausblick auf das Mekong-Ufer. Nach ca. 13 Stunden erreichten wir den Ort Huay Xai, wo wir das Slowboat schließlich verließen und die Grenze nach Thailand überquerten. Doch dazu mehr im nächsten Artikel.

GPS: 19.882424°, 100.845965° (OpenStreetMap, Google Maps)

Galerie (21 Fotos)

Willi Thiel

Geschrieben von Willi Thiel am 13. August 2020.


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