Texel: Reisebericht

Ein Wochenende auf der größten Westfriesischen Insel

vor 8 Monaten veröffentlicht unter Reisen Niederlande.

Mit Ostern stand ein verlängertes Wochenende vor der Tür, das selbstverständlich zum Verreisen genutzt werden musste. Ein Konzert von Frank Carter & The Rattlesnakes am Ostermontag im Melkweg Amsterdam war uns schonmal eine erste Inspiration, in welche Richtung es gehen sollte. Da wir aber Amsterdam schon sehr oft besucht haben, sahen wir uns nach einem alternativen Ziel für die Tage vor dem Konzert am Ostermontag um. Die Insel Texel, nur ca. 100 km von Amsterdam entfernt, eignete sich dazu ideal. Also ging es mit an Karfreitag mit dem Zug nach Amsterdam, wo wir uns einen Mietwagen mieteten und mit diesem auf die größte Westfriesische Insel fuhren.

Fährüberfahrt mit TESO

Karte an den Koordinate 53.003601°, 4.781369°

TESO Fähre

Die Strecke von Amsterdam bis zur Fähre, die in Den Helder abfährt, lässt sich bei gemütlicher Fahrweise in zwei Stunden schaffen. Wir legten noch einen kleinen Zwischenstopp im anschaulichen Städtchen Schagen ein, wo wir eine Kleinigkeit aßen und uns mit jeder Menge Craftbeer eindeckten. Wir waren positiv überrascht von dem schönen Ort und können ihn euch für eine kurze Rast auf dem Weg nach Den Helder sehr empfehlen!

Angekommen in Den Helder fuhren wir dann direkt zum Fährhafen. Leider waren wir nicht die einzigen mit der Idee, Ostern auf Texel zu verbringen, weshalb bereits weit vor dem Fährhafen schon sehr viel Stau war. Unser Navi lotste uns auf eine Hafenstraße, über die wir einen Großteil der wartenden Autos umfahren konnten, nichtdestotrotz mussten wir über eine Stunde warte, bis wir auf die von TESO betrieben Fähre auffahren durften. Kurz vor der Auffahrt bezahlten wir an einem Kassenhaus 37 € für Hin- und Rückfahrt.

Hätten wir vorher ein Ticket online erworben, hätten wir womöglich einen Teil des Staus vor den Kassenhäusern umfahren können, denn mit Tickets wurde man von den Einweisern auf eine andere Spur geleitet, die vermutlich direkt auf die Fähre geführt hat. Aber hinterher ist man immer schlauer und vielleicht erspart euch dieser Tipp ja nun etwas Wartezeit.

GPS: 53.003601°, 4.781369° (OpenStreetMap, Google Maps)

Den Burg

Karte an den Koordinate 53.054414°, 4.797882°

Den Burg

Nach ca. 20 Minuten Fährüberfahrt erreichten wir die Insel Texel, in einer unendlich langen Autokolonne ging es dann im Schritttempo Richtung Norden. Glücklicherweise gehörten wir zu den wenigen, die eine Unterkunft im Hauptort der Insel gebucht hatten und so die Autokolonne bereits am ersten Kreisverkehr verlassen konnten. Kurz darauf erreichten wir Den Burg, mit 6.440 Einwohner der größte Ort der Insel. Wir parkten unseren Mietwagen außerhalb des autofreien Zentrums und machten uns zu Fuß auf den Weg zu unserer Unterkunft. Um in Texel zu Parken, besorgt ihr euch am besten eine sogenannte eVignette. Ihr könnt diese unter texelevignet.de erwerben. Die eVignette erlaubt auf fast allen Parkplätzen auf Texel das Parken und kostet 7,50€ pro Tag oder 15,00€ für eine Woche. Ihr müsst keinen Parkschein ausdrucken, denn die Überprüfung findet über euer Nummernschild statt, was sehr praktisch ist!

Unser Airbnb befand sich mitten im Zentrum des kleinen Ortes, der Nachts wie verlassen wirkte, aber tagsüber von Tagestouristen überflutet wurde. Dann öffnen auch die zahllosen Kitsch- und Souvenierläden und stellen ihre Waren in den engen Gassen aus. Wir genossen die Spaziergänge durch die Straßen von Den Burg und der gemütliche und sehr gepflegte Ort hat uns wirklich gut gefallen!

GPS: 53.054414°, 4.797882° (OpenStreetMap, Google Maps)

Airbnb Unterkunft

Karte an den Koordinate 53.054941°, 4.797239°

Unser Airbnb Apartment

Unser Apartment im Zentrum von Den Burg hatten wir wieder einmal über Airbnb gebucht, es handelte sich um eine sehr geräumige Maisonette inkl. gut ausgestatteter Küche und Dachterasse. Eine wirklich tolle Wohnung, in der ich es auch noch länger ausgehalten hätte!

Oudeschild

Karte an den Koordinate 53.038729°, 4.850349°

Oudeschild

Am nächsten Morgen führte es uns an das östlichste Ende von Texel, nach Oudeschild. Oudeschild ist der drittgrößte Ort von Texel und beinhaltet eine restaurierte Windmühle sowie das Kaap Skil, ein Meeres- und Strandgutmuseum. Außerdem finden sich in dem Ort eine Marina mit 200 Liegeplätzen und ein Fischereihafen.

Wir spazierten eine Weile über den Damm vor den Ort in Richtung Fischereihafen und genossen die frische Meeresluft. Für weitere Aktivitäten in Oudeschild reichte unsere Zeit aber leider nicht, denn wir hatten am Vorabend eine Tour gebucht, die in kürze starten sollte.

GPS: 53.038729°, 4.850349° (OpenStreetMap, Google Maps)

Texelse Bierbrouwerij

Karte an den Koordinate 53.044827°, 4.827903°

Texelse Bierbrouwerij

Die Tour, die wir gebucht hatten, war die Texelse Bierbrouwerij Führung mit anschließendem Beertasting. Nächstes Ziel war also die kleine Brauerei Texels, die seit 1999 besteht und mittlerweile auch außerhalb der Niederlande bekannt ist.

Die Tour hat uns inklusive Tasting-Set mit vier Bieren à 0,1l 12,50€ gekostet. In 45 Minuten sahen wir erst einen kurzen Film über die Brauerei und den Prozess der Bierherstellung, anschließend wurden wir an der Abfüllanlage vorbei zu den Braukesseln geführt. Während der Tour bekamen wir in deutscher Sprache ausführlich die Schritte des Brauvorgangs erklärt.

Die kurzweilige Führung hat sich definitiv gelohnt uns solltet ihr euch für (Craft-)Bier interessieren, können wir euch die Tour sehr empfehlen!

GPS: 53.044827°, 4.827903° (OpenStreetMap, Google Maps)

De Hors

Karte an den Koordinate 52.982865°, 4.727124°

De Hors

Nach dem Brauereibesuch stand ein ausgiebiger Spaziergang auf dem Programm. Wir fuhren mit unserem Mietwagen in den Süden der Insel, wo der Nationalpark Dünen von Texel beginnt. Der Nationalpark ist insgesamt 4300 Hektar groß und besteht aus Sanddünen, die bis zu 25 Meter hoch sind. Im Nationalpark gibt es sehr viele ausgeschilderte Wanderwege, auf denen man die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt bewundern kann. Wir entschieden uns allerdings für einen Strandspaziergang und liefen mehrere Stunden auf dem menschenleeren, sehr breitem Strand entlang. An dem sauberen Strand fanden wir vereinzelt große Kugeln von Fischeiern, aber auch den einen oder anderen toten Vogel vor. Natur pur!

Anschließend fuhren wir zurück nach Den Burg, wo wir im Smulpot grandioses Lamm serviert bekamen und sogleich einen Tisch für den folgenden Ostersonntag reservierten! Ein sehr empfehlenswertes Restaurant!

GPS: 52.982865°, 4.727124° (OpenStreetMap, Google Maps)

Ecomare

Karte an den Koordinate 53.078112°, 4.745479°

Ecomare

Den nächsten Tag starteten wir dann mit einem Besuch im Naturkundemuseum Ecomare, das neben dem Museum als Auffangstation für Vögel und Seehunde fungiert. Ölverschmierte Vögel, von Muttertieren zurückgelassene Jungtiere und gesundheitlich schwache Seehunde werden aufgenommen, aufgepäppelt und etwa 25 von ihnen jährlich wieder freigelassen. Eine feste Gruppe von Seehunden, die sich nicht mehr an das freie Leben gewöhnen können, lebt dauerhaft in dem Museum. Ebenso zwei Schweinswale, die ihre Eltern zu früh verloren haben. Auch diese können nicht mehr in Freiheit leben, mehrere Versuche, sie mit lebenden Fischen zu füttern, blieben leider erfolglos.

Zu festgelegten Zeiten, die auf der Internetseite von Ecomare einzusehen sind, finden Fütterungen der verschiedenen Tiere statt. Zufällig kamen wir gerade rechtzeitig zur Fütterung der beiden Schweinswale, während der uns von den beiden Tierpflegern sehr viel über die beeindruckenden Tiere erzählt wurde. Leider waren die Ausführungen nur auf Niederländisch, aber im Nachhinein konnte man auch Fragen auf Deutsch oder Englisch stellen.

Ein Besuch des Naturkundemuseums lohnt sich sehr und sollte bei einem Besuch von Texel auf eurer Todo-Liste ganz oben stehen!

GPS: 53.078112°, 4.745479° (OpenStreetMap, Google Maps)

Vuurtoren Texel

Karte an den Koordinate 53.182125°, 4.855402°

Leuchtturm von Texel

Am Nachmittag fuhren wir dann ganz in den Norden der Insel, wo sich der 1863 erbaute Leuchtturm Eierland befindet. Für 4,50€ Eintritt erklommen wir die 153 Stufen des 34,7 Meter hohen, sich auf einem Hügel befindlichen Leuchtturms und hatten auf 53,2 Meter über dem Meeresspiegel eine atemberaubende Aussicht! Da der Leuchtturm beim Aufstand der Georgier schwer beschädigt wurde, entschied man sich dazu, eine zweite Außenwand um den beschädigten Leuchtturm zu ziehen. In Höhe des 5. der insgesamt sieben Stockwerke gibt es einen Rundgang zwischen der alten und der neuen Außenwand, hier sind viele Einschusslöcher sichtbar.

Bevor es wieder ins Restaurant Smulpot und anschließend in unsere Unterkunft ging, spazierten wir nochmal eine ganze Weile am Strand entlang. Im Gegensatz zum Strand bei De Hors war der Strand am Leuchtturm allerdings relativ gut besucht.

GPS: 53.182125°, 4.855402° (OpenStreetMap, Google Maps)

SIXT Mietwagen

Am nächsten Morgen fuhren wir dann mit der TESO-Fähre zurück aufs Festland und zurück nach Amsterdam, wo wir unseren Mietwagen abgaben. Gebucht hatten wir das Auto wie schon so oft über den ADAC, da dort Vollkaskoversicherung, zweiter Fahrer, etc. bereits im meist sehr guten Preis enthalten sind.

Bisher wurden wir unter anderem zu Hertz und AVIS vermittelt und waren immer sehr zufrieden. Doch dieses Mal wurden wir zum ersten Mal zu SIXT vermittelt und müssen leider von einigen schlechten Erfahrungen berichten. Verlief die Mietwagenübergabe noch problemlos, leuchtete bereits nach 50 km Fahrt die Reifendruckwarnung auf, da die Reifen unterschiedlichen Luftdruck aufwiesen, das sollte bei einem gerade abgeholten Mietwagen ja eigentlich nicht vorkommen. Na gut, ist ja nicht so schlimm, also zur nächsten Tankstelle und erstmal die Reifen aufpumpen. Erst 5 Stunden vor der Abgabe wurden wir per Email darüber informiert, dass die Filiale an diesem Tag bereits um 13 Uhr schließt und wir den Wagen bitte auf einem öffentlichen Parkplatz in Amsterdam abstellen sollen. Die Parkplatzsuche in Amsterdam gestaltete sich am Ostermontag selbstverständlich nicht sehr einfach. Und obwohl ich den Wagen vor der Abgabe volltankte, wobei mir aus Versehen sogar der Tank überlief, stellte man uns 19,67 € Benzinkosten in Rechnung, die ganz dreist ohne Rechnung von meiner Kreditkarte abgebucht wurden. Immerhin habe ich dann auf Nachfrage eine Rechnung erhalten. Das war ingesamt nicht sehr toll und beim nächsten Mal werden wir SIXT sicher meiden und wieder bei AVIS oder Hertz buchen.

Fazit

Abgesehen von den kleineren Problemen mit dem Mietwagen war die Reise nach Texel ein sehr gelungener Ausflug! Vor allem für Familien ist die Insel sehr geeignet, aber auch wenn man ohne Kinder unterwegs ist, findet man einige schöne, verlassene Orte, an denen man in aller Ruhe spazieren kann. Die Brauereibesichtigung und das Naturkundemuseum waren ebenfalls sehr interessant und sind uneingeschränkt weiterzuempfehlen! Bei einem verlängerten Wochenende in Texel könnt ihr eigentlich nichts falsch machen!

Galerie (41 Fotos)

Willi Thiel

Geschrieben von Willi Thiel am 15. April 2018.


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