Von Vík í Mýrdal nach Höfn

Island-Tagebuch 2017 – Tag 3: Durch den Vatnajökull-Nationalpark nach Höfn

vor 8 Tagen veröffentlicht unter Reisen  Island.

An unserem dritten Tag in Island stand eine der längsten Etappen unseres diesjährigen Island-Roadtrips auf dem Programm, nämlich die Fahrt von Vík í Mýrdal ins 280 km entfernte Städtchen Höfn. Unser Weg dorthin führte uns an einigen Naturwundern vorbei, über die ich euch in diesem Artikel nun einen kleinen Überblick geben werde.

Streckenverlauf

Im Voraus bereitete uns diese Etappe am meisten Sorgen, denn der Winter in Island kann rau und die Straßen unpassierbar sein. Aber dank Klimawandel herrschten mitten im Februar sommerliche Temperaturen und die Straßen waren frei von Eis und Schnee. Die 280 km lange Strecke nach Höfn hat uns also kein Problem bereitet und wir halten viel Zeit für kleinere Ausflüge rechts und links der Ringstraße.

Fjaðrárgljúfur

Unterer Teil von Fjaðrárgljúfur

Zuallererst führte es uns zur beeindruckenden Schlucht Fjaðrárgljúfur. Der 2 km lange Canyon wurde durch Gletscherwasser erzeugt und ist bis zu 100 Meter tief. Leider war die Straße F206 wegen des „Winters“ gesperrt, deshalb konnten wir nur den südlichen, unteren Teil der Schlucht mit unserem Auto erreichen. Wir spazierten am Canyon entlang bis zur ersten Aussichtsplattform, kehrten aber aufgrund des bescheidenen Nieselwetters und etwas Zeitmangels recht schnell wieder zurück zu unserem Auto. Auf unserem Rückweg ein paar Tage später besuchten wir die Schlucht aber noch einmal und liefen bis an deren oberes Ende, aber dazu mehr im entsprechenden Artikel des Reisetagebuchs!

Vatnajökull Nationalpark

Panorama von Skaftafell

Nach weiteren 45 Minuten Fahrt erreichten wir das Gebiet des Vatnajökull-Nationalparks, der mit 14.200 km² 14% der Landfläche Islands beinhaltet und der zweitgrößte Nationalpark Europas ist. Er ist benannt nach dem größten Gletscher Europas, dem 8.100 km² großen Vatnajökull.

Skeiðará Brückenmonument

Skeiðará Brückenmonument

Vor den südlichen Auslassgletschern des Vatnajökulls befindet sich die Schwemmlandebene Skeiðarársandur, durch die die Ringstraße führt. Direkt neben der Ringstraße befindet sich dort ein Parkplatz mit dem Skeiðará Brückenmonument, das aus Resten der 1996 bei einem Gletscherlauf am Skeiðará zerstörten, 904 Meter langen Skeiðará-Brücke gebaut wurde. Es zeigt eindrucksvoll die Kräfte der Naturgewalten.

Von dem Parkplatz aus habt ihr einen tollen Blick auf die Auslassgletscher des Vatnajökull, ein kurzer Stopp hier lohnt sich in jedem Fall!

Svartifoss

Svartifoss

Anschließend fuhren wir vorbei am Skaftafell Visitor Centre in Richtung Svartifoss. Unser eigentlicher Plan war, der Straße Richtung Svartifoss so weit wie möglich zu folgen, um nicht ganz so weit laufen zu müssen. Leider ging unser Plan nicht auf, denn auch die Straße zum Wasserfall war wegen des „Winters“ gesperrt. Also stellten wir unseren Wagen am unteren Ende des Berges ab und stiegen den Berg zu Fuß hinauf zum Svartifoss. Unser Weg führte uns vorbei an den Wasserfällen Þjóðafoss, Hundafoss und Magnúsarfoss, bevor wir nach 1,6 km den wunderschönen Svartifoss erreichten.

Svartifoss bedeutet zu deutsch „schwarzer Wasserfall“, was durch das ihn umgebende schwarze Gestein begründet ist. Diese interessanten Basaltformationen rund um den Wasserfall machen den Svartifoss auch wirklich sehr sehenswert, unsere kleine Wanderung hatte sich gelohnt!

Jökulsárlón Gletscherlagune

Eisberge auf der Gletscherlagune Jökulsárlón

Dann führte uns unser Weg zu dem faszinierendsten Naturwunder Islands, der Gletscherlagune Jökulsárlón. Auf dem tiefsten See Islands treiben etliche türkis-schwarze Eisberge, die sich von der Gletscherzunge Breiðamerkurjökull abgelöst haben. Zwischen den Eisbergen tauchen immer mal wieder Seerobben zum Luftholen auf und verweilen dann eine Weile an der Oberfläche. Ein tolles Schauspiel, dass wir uns bei einem Spaziergang stundenlang angesehen haben!

Jökulsárlón Eisstrand

Eisbrocken am Strand von Jökulsárlón

Über einen kurzen Fluss ist die Gletscherlagune mit dem Meer verbunden. Die von den Gezeitenkräften auf das Meer herausgetragenen Eisberge zerbrechen dort und lagern sich dann am schwarzem Basaltstrand ab. Dieser schwarze Strand mit den unzähligen kleinen und großen Eisblöcken ist wirklich einzigartig!

Hoffel Hot Pot

Nach der eisigen Gletscherlagune führte es uns dann zum Hot-Pot in Hoffel, den wir bei unserem letzten Roadtrip bereits lieb gewonnen hatten. Beim traumhaftem Blick auf die uns umgebende isländische Natur wärmten wir uns im knapp 40°C heißen Wasser auf und ließen die Erlebnisse an diesem Tag Revue passieren.

Brunnholl Country Guesthouse

Gut aufgewärmt ging es dann zu unserer Unterkunft, dem Brunnhol Country Guesthouse. Das Gästehaus liegt ca. 30 Minuten von Höfn entfernt auf einer schönen Ebene. Aus dem Frühstücksraum hatten wir einen tollen Blick auf die Gletscherzungen des Vatnajökulls. Unser Zimmer war etwas spartanisch eingerichtet, es war aber alles vorhanden was wir benötigten. Das einzige Fernsehprogramm das wir hatten, war ein Livestream aus dem zum Gästehaus gehörenden Stall, der sich aber überraschenderweise als sehr unterhaltsam herausstellte!

Galerie (16 Fotos)

Willi Thiel

Geschrieben von Willi Thiel am 19. März 2017.



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