Durch die Westfjorde

Island-Reisetagebuch 2020 – Tag 8: 440km lang die schönste Landschaft Islands genießen

vor 2 Monaten veröffentlicht unter Reisen Island.

Am achten Tag unseres Roadtrips durch Island stand unsere Lieblings-Region auf dem Programm, die Westfjorde! Vom Südwesten aus fuhren wir an den Küsten der Fjorde, über die Berge und unter den Bergen entlang. Ganze 440km ging es an diesem Tag durch die traumhafte Landschaft. Leider war die Fahrt nicht mehr ganz so abenteuerlich wie noch vor fünf Jahren, denn einige der engen Schotterpisten über die Berge sind mittlerweile zu Asphaltstraßen ausgebaut, der Schönheit der Natur hat das aber nur wenig geschadet.

Route Tag 8

Saurbæjarkirkja

Karte an den Koordinate 65.478933°, -24.003714°

Saurbæjarkirkja

Erstes Ziel war die Saurbæjarkirkja, eine kleine schwarze Kirche direkt am roten Sandstrand Rauðisandur, den wir leider wegen des schlechten Wetters nicht wirklich bewundern konnten. Allerdings war der Weg nicht umsonst, denn auch die Kirche aus dem 19. Jahrhundert war einen Besuch wert. Ursprünglich erbaut im Jahre 1856, wurde sie bei einem Sturm 1966 fast vollständig zerstört und 1982 wieder rekonstruiert. Vor den steilen Bergen und unter den tiefhängenden Wolken wirkte sie wie aus einem Märchen. Leider war der Innenraum aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen, deshalb konnten wir das Altarbild aus dem 17. Jahrhundert nicht begutachten. Ein Grund, nochmal zu kommen.

GPS: 65.478933°, -24.003714° (OpenStreetMap, Google Maps)

Garðar BA-64

Karte an den Koordinate 65.516764°, -23.836865°

Garðar BA-64

Nächstes Ziel unserer Fahrt war das Schiffswrack Garðar BA-64, das unverfehlbar direkt neben der Hauptstraße am Strand liegt. Auf dieses Motiv freute ich mich sehr, habe ich es doch bei unserem Roadtrip 2015 viel zu wenig gewürdigt. Das Schiff wurde 1912 von einer norwegischen Werft als Walfangschiff erbaut und ist unter dem Namen Globe IV vom Stapel gelaufen. Nachdem es mehrmals den Besitzer wechselte landete es schließlich bei einem Unternehmen in Island. 1963 wurde es in Garðar BA-64 umbenannt.

Garðar BA-64

Da der Walfang mehr und mehr eingeschränkt wurde, wurde es für den Heringsfang vor den Küste Islands eingesetzt. 1981 wurde es schließlich als unsicher eingestuft und lief bei einem Sturm auf Grund. An diesem Strand liegt es nun seit 1981 und ist zu einer kleinen Touristenattraktion in den Westfjorden geworden.

GPS: 65.516764°, -23.836865° (OpenStreetMap, Google Maps)

Reykjafjarðarlaug Hot Pool

Karte an den Koordinate 65.623075°, -23.468890°

Reykjafjarðarlaug Hot Pool

Ebenfalls direkt an der Hauptstraße liegt der Hot Pool Reykjafjarðarlaug. Zwei unterschiedlich warme Wasserbecken, die aus einer Geothermalquelle gespeist werden, luden uns hier zum Aufwärmen ein. Der Pool liegt am Ende eines Fjordes und bietet einen traumhaften Blick auf eben diesen. Auch hier waren wir wieder einmal komplett alleine und konnten so entspannt den Ausblick auf das Meer und die es umgebenden Berge genießen.

GPS: 65.623075°, -23.468890° (OpenStreetMap, Google Maps)

Dynjandi

Karte an den Koordinate 65.732803°, -23.199808°

Dynjandi

Anschließend ging es zum Wasserfall Dynjandi, was übersetzt soviel wie „Donnernd“ heißt. Dass der Name gerechtfertigt ist, merkt ihr spätestens, wenn ihr vor dem riesigen Wasserfall steht. Der Wasserfall ist etwa 100 Meter hoch, an seinem oberen Ende 30 Meter breit und fächert sich nach unten auf eine Breite von 60 Metern auf.

Vom Parkplatz zum Wasserfall müsst ihr einen etwa 200 Meter langen Weg erklimmen, auf dem ihr an gleich sieben weiteren Wasserfällen vorbei kommt. Ein lohnenswerter Weg!

GPS: 65.732803°, -23.199808° (OpenStreetMap, Google Maps)

Die Straßen der Westfjorde

Straße in den Westfjorden

Es sind gar nicht so die Sehenswürdigkeiten, welche die Westfjorde für mich so wunderschön machen, sondern die Natur an sich. Die kurvenreiche Schotterpisten schlängeln sich zwischen Küste und Berg an den Fjorden entlang und bieten ständig einen neuen aufregenden Ausblick auf den nächsten Fjord. Zwischendurch geht es die steilen Berghänge herauf bis in die tiefhängenden Wolken und über die Gipfel in den nächsten Fjord, ein komplett anderer, nicht weniger aufregender Ausblick. Und hin und wieder geht es durch einspurige Tunnel mit Einbuchtungen für den Gegenverkehr auch mal ein par Kilometer unter den Bergen durch. Für mich einfach die schönste und aufregendenste Region in ganz Island!

Ísafjörður

Karte an den Koordinate 66.074666°, -23.123957°

Ísafjörður

Vorletztes Ziel an diesem Tag war die Stadt Ísafjörður, wo wir den Tank unseres Campers auffüllten. Die malerisch in einem Fjord liegende Stadt ist mit 2.600 Einwohnern die größte Stadt in den Westfjorden. Nach dem kurzen Tankstopp ging es für uns aber auch schon weiter, denn wir hatten noch ein gutes Stück Fahrt vor uns liegen.

GPS: 66.074666°, -23.123957° (OpenStreetMap, Google Maps)

Hólmavík Campsite

Karte an den Koordinate 65.702342°, -21.683886°

Nachdem unsere ursprünglichen Pläne aufgrund von geschlossenen Campingplätzen durchstrichen wurden, landeten wir schließlich auf dem Campingplatz in Hólmavík, einem Ort mit 375 Einwohnern am Rande der Westfjorde. Der Campingplatz liegt auf einem Hügel und bietet einen schönen Blick auf das Meer und den unter ihm liegenden Ort. Es war bereits dunkel als wir auf dem Campingplatz ankamen und die 440 km Fahrt hatte uns doch etwas geschafft, ein weiterer erfolgreicher Tag in Island endete.

GPS: 65.702342°, -21.683886° (OpenStreetMap, Google Maps)

Galerie (18 Fotos)

Willi Thiel

Geschrieben von Willi Thiel am 4. Oktober 2020.



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