Das eingeschneite Reykjavík

Island-Tagebuch 2017 – Tag 10: Die Hauptstadt von Island

vor 19 Tagen veröffentlicht unter Reisen  Island.

Mit unserem zehnten Tag in Island stand leider auch der letzte Tag unseres diesjährigen Winter-Roadtrips durch Island an. Nach Rekord-Schneefällen in der Nacht ging es, nachdem die Straßen wieder befahrbar waren, von Selfoss nach Keflavík. Dort tauschten wir unseren Mietwagen und fuhren weiter nach Reykjavík. Nach einem sehr langen Spaziergang durch die isländische Hauptstadt fuhren wir am Abend wieder zurück zum Flughafen Keflavík, wo unser Flug nach Hause am nächsten Morgen startete.

Streckenverlauf

Rekordschnee und gesperrte Straßen

Nachdem wir in unserem Gästehaus in Selfoss ausgiebig gefrühstückt hatten, wurden wir von jedem Isländer den wir trafen freundlich gewarnt, dass sämtliche Straßen in Südisland – wie schon bereits zwei Tage zuvor – gesperrt wären.

Grund dafür war aber dieses Mal kein Sturm, sondern der viele Neuschnee, der in der Nacht fiel. Die Höhe des Neuschnees betrug in Reykjavík 51 cm, damit ist in der Nacht soviel Schnee gefallen, wie seit über 80 Jahren nicht mehr. Der Rekord datiert auf den 18. Januar 1937, damals wurden 55 cm Neuschnee gemessen.

Nach Keflavík

Verschneite Ringstraße

Wir versuchten unser Glück trotzdem, denn im direkten Umkreis von Selfoss waren die Straßen frei und unsere Hoffnung war, dass die gesperrten Straßen vom Schnee befreit sind, bis wir sie erreichen. Leider war dem nicht so und bereits 13 km hinter Selfoss fanden wir uns mit unzähligen anderen Reisenden an einer Tankstelle am Kreisverkehr des Ortes Hveragerði wieder. Ab dem Kreisverkehr war die Ringstraße gesperrt und ein Polizist achtete darauf, dass sich auch jeder noch so waghalsige Tourist daran hält.

Schnell sprach sich rum, dass die Ringstraße aufgrund des steilen Anstiegs in diesem Teil wohl den ganzen Tag gesperrt bleiben wird. Die Straße 39, die etwas weiter südlich das Gebirge zwischen Hveragerði und Reykjavík passiert, sollte allerdings vielleicht schon gegen Mittag öffnen.

Von Hveragerði fuhren wir die Straße 38 in Richtung Süden, bis wir die Abzweigung auf die Straße 39 erreichten. Dort stand wieder ein Polizist und sorgte dafür, dass niemand die Straße befährt und so den Räumdienst behindert. Wir warteten etwa zwei Stunden an der Kreuzung und beobachteten hoffnungsvoll die immer hin- und herfahrenden Räumfahrzeuge.

Schließlich wurde die Straße geöffnet und eine lange Autokarawane machte sich auf den Weg in Richtung Reykjavík. Wir ließen Reykjavík aber erst einmal rechts liegen und fuhren weiter nach Keflavík.

Der Mietwagentausch

Unser ursprünglicher Plan war es, unseren letzten Tag in Island in der blauen Lagune zu verbringen, weshalb wir den Mietwagen am Morgen abgeben und anschließend den Shuttlebus vom Flughafen zur Lagune nutzen wollten.

Doch es kam anders: Nachdem wir vor zwei Jahren noch keinerlei Probleme hatten, Tickets für die Blaue Lagune ein paar Stunden vorher online zu kaufen, war sie mittlerweile bereits für mehrere Monate ausgebucht. Das machte uns natürlich einen Strich durch unsere Rechnung. Nun standen wir am letzten Tag ohne Mietwagen und ohne Plan da.

Ein Plan B musste her und dieser war auch recht schnell gefunden: Es sollte in die Hauptstadt Reykjavík gehen. Allerdings war das schwierig ohne Mietwagen, denn die Busverbindungen zwischen Keflavík und Reykjavík sind relativ schlecht und außerdem extrem teuer.

Eine kurze Anfrage bei Auto Car Rental, ob wir den Mietwagen einen Tag länger behalten könnten, wurde leider verneint, da sie komplett ausgebucht waren. Also entschieden wir uns dazu, einfach einen weiteren Mietwagen zu mieten. Für ~75 € mieteten wir bei Iceland Car Rental einen Hyundai i10 inkl. aller Versicherungen für einen Tag.

Nachdem wir all unser Gepäck aus unserem Dacia Duster in den Hyundai i10 geladen hatten, gaben wir den Dacia zurück und brachen mit dem frisch gemieteten Hyundai i10 in Richtung Reykjavík auf.

Nach Reykjavík

Straße in Reykjavik

Um 14 Uhr erreichten wir schließlich Reykjavík, wo aufgrund des vielen Neuschnees immer noch Chaos auf den Straßen herrschte. Wir stellten unseren Mietwagen in einem Parkhaus im Zentrum der Innenstadt ab und starteten unsern Spaziergang durch die isländische Hauptstadt.

Reykjavík

Reykjavik

Da die Schneemassen die Räumungsdienste in Reykjavík überforderten, waren die meisten Gehsteige bis in die Abendstunden unbenutzbar. Fußgänger mussten sich mit den Autos die teilweise geräumten Straßen teilen. Glücklicherweise war Sonntag und somit nicht allzu viel Verkehr.

Hallgrimskirkja

Hallgrimskirkja

Über die glatten Straßen kämpften wir uns zuallererst auf den Hügel mit der berühmten Hallgrimskirkja. Da wir den Besuch des Turmes während unseres letzten Island-Roadtrips verschwitzt hatten, holten wir dies nun nach. Für 900 ISK (~ 8€) ließen wir uns von einem Fahrstuhl auf den 73 Meter hohen Turm fahren. Diese Investition hat sich sehr gelohnt, denn vom Turm hatten wir einen traumhaften Ausblick auf das eingeschneite Reykjavík.

Innenraum der Hallgrimskirkja

Nachdem wir den Turm wieder verlassen hatten, sahen wir uns noch einmal den Innenraum der Hallgrimskirkja an, den ich aber – abgesehen von der beeindruckenden Orgel – recht unspektakulär finde.

Sun Voyager

Sun Voyager

Anschließend verließen wir den Berg mit der Hallgrimskirkja und rutschten die Straßen hinunter bis zur Küstenstraße. Dort befindet sich nämlich die Statue Sun Voyager, die in Richtung Sonnenuntergang im Norden zeigt und ein Wikingerschiff darstellt.

Harpa

Harpa

An der Küstenstraße entlang gingen wir weiter in Richtung Harpa, dem Konzert- und Konferenzhaus der Stadt. Die außergewöhnliche Glasfassade macht die Harpa zu einer architektonischen Attraktion und zu einem Wahrzeichen von Reykjavík.

Harpa von Innen

Auch der Innenraum der Harpa ist sehr interessant gestaltet und ein architektonisches Highlight, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

Harpa

Von der Harpa spazierten wir weiter zum Arnarhóll, einem Hügel mit der Statue von Ingólfur Arnarson, dem Gründer von Reykjavík.

Arnarhóll

Bekanntheit hat der Hügel vor allem während der Fußball-Europameisterschaft 2016 erlangt, denn dort fand das Public Viewing der Spiele der isländischen Nationalmannschaft statt. Außerdem wurde die Nationalmannschaft dort nach ihrer Heimkehr episch gefeiert.

Während dieses schönen Wintersonntags wurde der Hügel aber vor allem zum Schlittenfahren genutzt. Wir schauten uns das Spektakel eine Weile an, bevor wir in die Hverfisgata einbogen und die hippe Einkaufsstraße entlang spazierten.

Eldsmiðjan

Da wir hungrig wurden führte es uns in unsere „Stammpizzeria“, die wir bereits während unseres letzten Island-Roadtrips mehrmals besucht hatten. In der Pizzeria Eldsmiðjan bekommt ihr wirklich hervorragende Pizzen mit Craftbeer von Einstöck serviert, und das alles zu einem sehr akzeptablen Preis!

Hallgrimskirkja

Hallgrimskirkja

Da langsam die Dämmerung einsetzte, hieß es Abschied nehmen. Deshalb kletterten wir nochmal auf den Berg mit der Hallgrimskirkja und bewunderten die wunderschöne Kirche im blauen Licht der Dämmerung.

Aiport Hotel Aurora Star

Anschließend fuhren wir mit unserem Mietwagen zurück zum Flughafen in Keflavík, wo wir diesen zurück gaben. Danach bezogen wir unser Zimmer im Aiport Hotel Aurora Star, welches sich direkt neben dem Flughafen befindet.

Da unser Rückflug am nächsten Morgen um 7:35 startete ist dies der letzte Artikel des Reisetagebuches über unseren Winter-Roadtrip durch Island. Ich hoffe, die Berichte haben euch gefallen und ich konnte euch einige wertvolle Tipps für euren nächsten Roadtrip durch Island geben.

Galerie (21 Fotos)

Willi Thiel

Geschrieben von Willi Thiel am 7. Mai 2017.


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